NetPiloten

NetPiloten

Peer-Projekt zur Mediensuchtprävention

Hintergrund

Digitale Medien gehören mittlerweile zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Neben den Chancen, die diese Medien bieten, bergen sie auch Risiken. Es bedarf also eines möglichst reflektierten, kompetenten Umgangs – diesen lernen Jugendliche am besten interaktiv und durch ihre Peers. Hier setzt das mediensuchtpräventive Projekt NetPiloten an.

Was ist NetPiloten?

Im Rahmen des Schulprojekts bilden zuvor geschulte Fachkräfte Jugendliche der Jahrgangsstufen 8 und 9 zu „NetPiloten“ aus. Diese beraten ihre jüngeren Mitschüler*innen (Stufen 6 und 7) zum Thema Medienkonsum und führen mit ihnen einen Workshop zur Stärkung der Medienkompetenz durch. Das Programm wurde vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit entwickelt.

Ziele:

  • Förderung von Selbstreflexion und digitaler Balance
  • Ermutigung zu verändertem Nutzungsverhalten
  • Wissensvermittlung
  • Einbezug mehrer Ebenen (Eltern, Lehrer*innen, ältere Schüler*innen, jüngere Schüler*innen)

Ihr Ansprechpartner

Dr. Timo Bonengel

Thüringer Fachstelle Suchtprävention

Tel.: 0361 3461746
E-Mail

Termine 2026

Auf Anfrage. Bei Bedarf auch Inhouse. Sprechen Sie uns an! Wir bieten die Schulung gemeinsam mit dem Präventionszentrum der Suchthilfe in Thüringen gGmbH an.

Für wen ist NetPiloten?

Die Methodenschulung ist für Menschen, die mit Schüler*innen arbeiten und/oder Präventionsaktivitäten koordinieren. Dazu gehören:

  • Lehrer*innen an weiterführenden Schulen
  • Schulsozialarbeiter*innen
  • Suchtpräventionsfachkräfte in den Kommunen

 

Inhalte

Die Schulung dauert 2 Tage zu je ca. 6 Stunden.

In der Schulung…

  • erhalten Sie kompakte Informationen zum Thema digitale Medien und Gebrauchsstörungen
  • probieren Sie die Methoden selbst aus
  • reflektieren Sie die Anwendung der Methoden
  • erhalten Sie Tipps zur praktischen Umsetzung in der Schule

NetPiloten wurde in einer kontrollierten Studie evaluiert (Hansen et al. 2021). Schüler*innen, die an NetPiloten teilnahmen, wiesen im Vergleich zur Kontrollgruppe auf:

  • ein höheres Wissen über negative Konsequenzen exzessiver Mediennutzung
  • geringere Nutzungszeiten
  • einen geringeren Anteil mit problematischer Mediennutzung

Verhältnisprävention

Verhaltenspräventive Maßnahmen sollten nicht der alleinige oder Hauptbestandteil von Suchtprävention sein. Deren Effekte sind im Durchschnitt gering und „verpuffen“ schnell. Verhältnispräventive Maßnahmen, die in der Schule wirksam sind, hat die WHO untersucht (UNODC, 2018, S. 23f.): Dazu gehören verbindliche, gemeinsam mit Schüler*innen und Lehrer*innen erarbeitete Regeln zum Umgang mit psychoaktiven Substanzen auf dem Schulgelände, die für allle Beteiligten, auch Lehrer*innen, gelten. Die Einhaltung der Regeln muss kontrolliert werden, Sanktionen für Verstöße sollten positiv ausgerichtet sein (z. B. Hilfeangebot statt Strafe).

Verhältnisgestaltende Angebote der Gesundheitsförderung für Schulen bieten z. B. FINDER (Weitblick, Schools That Care) oder AGETHUR, die Thüringer Landesvereinigung für Gesundheitsförderung, an (Mind Matters).

Solche verhältnispräventiven Maßnahmen sind zentral für die Wirksamkeit und die Nachhaltigkeit schulischer Prävention.

Anmeldung

Die Teilnahme an der Methodenschulung ist kostenlos.

Weitere Informationen und Materialien

Sie finden weitere Informationen zum Projekt, weiterführende Inhalte für Fachkräfte und Jugendliche, sowie die Materialien zum Workshop und Termine auf der Website von NetPiloten.

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