Pressemitteilung der Thüringer Fachstelle Suchtprävention:

Jährlich wird weltweit am 28. April der „Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ begangen. An diesem Tag wird auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz aufmerksam gemacht. Der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als Sonderorganisation der Vereinten Nationen ins Leben gerufene Tag lenkt den Blick auf die Förderung sozialer Gerechtigkeit sowie Menschen- und Arbeitsrechte. Für ein sicheres und gesundes Arbeiten weltweit.

Die Thüringer Fachstelle Suchtprävention möchte diesen Tag nutzen und auf den Konsum von Suchtmitteln am Arbeitsplatz aufmerksam machen. Denn die Zahlen der betroffenen Beschäftigten, die während der Arbeitszeit Suchtmittel konsumieren, sind alarmierend: Es wird geschätzt, dass etwa 10 % der Beschäftigten missbräuchlich Suchtmittel, vor allem Alkohol und Medikamente, konsumieren und ca. 5 % abhängigkeitskrank sind. Auch jeder dritte Arbeitsunfall entsteht alkoholbedingt.

Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel, und die Kosten entstandener Arbeitsausfälle sind vermeidbar. Es ist wichtig, hinzusehen und bewusst und besonnen zu reagieren: Gibt es in meinem Betrieb Auffälligkeiten? Wie trete ich an den Betroffenen heran? An dieser Stelle stehen viele Unternehmen vor enormen Herausforderungen. Beispielsweise kann eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung diesen Ablauf genau regeln. Aber auch andere Strategien der Prävention und der Gesundheitsförderung können langfristig negative Auswirkungen auf den Arbeitsprozess, das Arbeitsklima sowie die Arbeitsergebnisse vermeiden. Es ist wichtig, dass Betriebe und Unternehmen ihre Mitarbeiter*innen aktiv dabei unterstützen verantwortungsbewusste Einstellungen und Verhaltensweisen entwickeln zu können. Ein wichtiger Baustein ist dabei die betriebliche Suchtprävention. So können Arbeitsunfälle vermieden, reduziert und die Gesundheit der Mitarbeiter*innen gefördert werden.

Die Pandemie hat zu vielen Veränderungen in den Arbeitsprozessen beigetragen: Zur Eindämmung der Virusausbreitung wurden Arbeitsplätze umgestaltet oder die Mitarbeiter*innen verstärkt in das Homeoffice geschickt. Hinter diesen Maßnahmen verbergen sich gesundheitliche Risiken – hohe psychische Belastungen durch Homeoffice und Homeschooling sind keine Seltenheit und eine Herausforderung für Betroffene. Dazu kommt, dass Führungskräfte nur digital im Austausch mit Mitarbeiter*innen stehen. So bleiben konsumbedingte Auffälligkeiten meist verborgen. Jetzt ist es besonders wichtig, sich Zeit für die Mitarbeiter*innen zu nehmen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Sehen Sie bewusst hin!

Durch betriebliche Suchtprävention können suchtmittelbedingte Auffälligkeiten bei den Beschäftigten erkannt werden, und den Betroffenen kann zeitnah Unterstützung angeboten werden – der Zugang zu Informationen und Hilfeangeboten ist wichtig.

Für Informationen zur betrieblichen Suchtprävention oder Hilfe bei der Suche nach Unterstützung steht die Thüringer Fachstelle Suchtprävention unter www.thueringer-suchtprävention.info bereit.

Zur Schaffung eines gesunden Arbeitsklimas und höchster Arbeitssicherheit ist die Aufgabe für alle am Arbeitsplatz: Zeigen Sie Achtsamkeit! Für eine ausgeglichene Work-Life-Balance!

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