Qualitätssicherung in der Suchtprävention

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„Qualität“ ist längst kein rein wirtschaftliches Thema mehr, sondern gewinnt auch in der Suchtprävention eine immer größere Bedeutung. Oft wird Qualität als eine Art „Gütesiegel“ gesehen welche Programmen und Maßnahmen eine Wirksamkeit und Effektivität bescheinigen. Allerdings ist der Qualitätsbegriff allumfassender zu sehen und geht über das reine Wirksamkeitsverständnis hinaus.  

So orientieren sich qualitativ gute Maßnahmen zur Suchtprävention an den Bedürfnissen der Zielgruppe und entwickeln Maßnahmen, die für diese relevant sind. Bei der Entwicklung dieser Maßnahmen werden Prinzipien ethischen Handelns berücksichtigt und das Beste verfügbare Wissen aus Forschung und Praxis genutzt. Die suchtpräventive Maßnahme selbst sollte dabei natürlich effektiv, wirtschaftlich und praktikabel angelegt sein, so dass sie ihre gesetzten Ziele mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen erreicht ohne der Zielgruppe zu schaden. Auch sollten qualitativ gute Maßnahmen keine einmalige Aktion darstellen, sondern nachhaltig auf längere Zeit angelegt sein. Dabei kann auch das Verfügbarmachen von Informationen über die Maßnahme behilflich sein.

All diese Ansprüche zu erfüllen kann eine Herausforderung darstellen. Leitlinien oder Standards können dabei helfen qualitätsgestützte Suchtpräventionsarbeit umzusetzen. Momentan gibt es noch keine einheitlichen Standards und Vorgehensweisen in Thüringen. Daher möchte die Thüringer Fachstelle Suchtprävention dies ändern und gemeinsam mit Praktikern und Kooperationspartnern einheitliche Qualitätsstandards für Thüringen entwickeln. Als Grundlage dafür dient der Europäischen Qualitätsstandards zur Suchtprävention (European Drug Prevention Quality Standard), welcher auf den Thüringer Kontext angepasst und auf seine Praxistauglichkeit hin überprüft werden soll.

Der Standard selbst ist zyklisch aufgebaut und umfasst acht ineinander übergehende Phasen, welche sich dann jeweils noch einmal in verschiedene Module detailliert aufschlüsseln. Um den Qualitätsstandard und die Qualitätssicherung in der Suchtprävention besser zu beleuchten findet am 23.10.2019 in Erfurt die 7. Thüringer Jahrestagung Suchtprävention zum Thema „Qualitätssicherung in der Suchtprävention“ statt. Die Anmeldung zur Jahrestagung können Sie gerne dem Flyer entnehmen.

Qualitätssicherung soll dabei keine zusätzliche Arbeitsbelastung oder bürokratische Hürde darstellen, sondern vielmehr die Möglichkeit bieten die suchtpräventive Arbeit zu strukturieren und optimal zu nutzen, sowie die Qualität der Präventionsangebote zu standardisieren und qualitativ zu verbessern. Auch gegenüber Geldgebern und Arbeitgebern ist eine qualitative Darstellung der Arbeit von Vorteil.