Betriebliche Suchtprävention

Ansprechpartnerin:
Frauke Fölsche
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Telefon: 0361 346176 

Wollen Sie in Ihrem Betrieb suchtpräventive Maßnahmen durchführen oder die Suchtprävention in das Gesundheitsmanagement eingliedern? Gern vermitteln wir Ihnen Referentinnen und Referenten zur Unterstützung der Arbeit vor Ort und Präventionsprojekte (z.B. interaktive Ausstellungen).

Suchtprävention hat zum Ziel, gesundheitliche, soziale und ökonomische Schäden, die durch den Gebrauch von legalen und/oder illegalen Drogen oder als Folgen süchtigen Verhaltens entstehen, vorzubeugen.

Dabei werden sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte präventive Maßnahmen angestrebt. Verhaltensbezogene Maßnahmen dienen einer Verhaltensänderung bei den Personen in den Unternehmen und Behörden (z.B. Mitarbeiter*innen, Führungskräfte, Auszubildende). Beispiele hierfür sind die Aufklärung über die Wirkung von Suchtmitteln, Informationen über das Suchthilfesystem und Angebote zur individuellen Konsumreduzierung aber auch Stressbewältigung, Selbstmanagement oder Konfliktmanagement. Verhältnisbezogene Maßnahmen zielen auf eine Änderung der Strukturen und Rahmenbedingungen ab, wie beispielsweise der Abbau von suchtfördernden Arbeitsbedingungen, die Einschränkung der Verfügbarkeit von Suchtmitteln, eine Verbesserung des Betriebsklimas und gesundheitsorientierte Führung.

Es wird geschätzt, dass etwa 10 % der Beschäftigten missbräuchlich Suchtmittel, vor allem Alkohol und Medikamente, konsumieren und ca. 5 % abhängigkeitskrank sind. Auch jeder dritte Arbeitsunfall ist alkoholbedingt. Betriebliche Suchtprävention kann frühzeitig suchtmittelbedingte Auffälligkeiten bei den Beschäftigten erkennen und zeitnah Unterstützung anbieten, um einer Suchtabhängigkeit vorzubeugen.

Seit 1998 arbeiten Mitarbeiter aus verschiedenen Behörden und Unternehmen Thüringens im Arbeitskreis „Betriebliche Suchtkrankenhilfe“ zunächst unter Trägerschaft der Thüringer Landesstelle gegen die Suchtgefahren e.V. zusammen. Mit der Schließung der Geschäftsstelle konstituierte sich unser Arbeitskreis „Betriebliche Suchtkrankenhilfe“ 2003 neu. Kooperationspartner ist der fdr (Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V.), Büro Erfurt. Seit 2017 firmieren wir unter dem Namen „Thüringer Arbeitskreis für Suchtfragen in Behörden und Unternehmen“ und organisieren die Fortbildung Betrieblicher Suchthelfer unter dem Titel „Suchtprobleme am Arbeitsplatz“.

 

Fortbildung für Suchtfragen am Arbeitsplatz

Kaum ein Betrieb bleibt davon verschont, sich mit Suchtproblemen auseinander setzen zu müssen. Mit der Fortbildung für Suchtfragen am Arbeitsplatz bilden wir Ihre Mitarbeiter zu Betrieblichen Suchthelfern aus.

In 3 Kurswochen a 4 Tage werden folgende Themen intensiv bearbeitet:

  • Einführung in die Thematik Sucht (Definitionen und Klassifikationen von Sucht und Abhängigkeit, Suchtstoffe, Genuss-Missbrauch-Sucht, Ursachen von Sucht, Struktur SKH)
  • Ein modernes medizinisches Suchtmodell (der Rückfall, Kontrollierter Konsum vs. Abstinenz, Suchtverlagerung)
  • Unternehmenskulturen als Wandel von Kulturen und Werten – Bedeutung für die betriebliche Gesundheitsförderung (Mobbing – Ursachen und Umgang, Konfliktmanagement, Supervision als Beratungsmethode)
  • Kommunikation und Wahrnehmung Motivierende Gesprächsführung – das Konzept (Methoden, Grundhaltungen/ Stadien der Veränderung, mit Widerstand umgehen/ Ressourcen)
  • Gesprächstraining anhand praktischer Beispiele aus dem betrieblichen Arbeitsalltag (Wie spreche ich Vorgesetzte an? Vorstellung AK SiBU)
  • Besichtigung und Kennen lernen einer Fachklinik für Abhängigkeitskranke (Therapieablauf, therapeutische Maßnahmen, Dauer, Adaption, Ablösung bzw. Vorbereitung der Nachsorge, Selbsthilfe)
  • Praxis Betrieblicher Suchthelfer (Rechtliche Grundlagen, Umsetzung Dienstvereinbarung, Rolle und Aufgaben der betrieblichen Suchthelfer, Erkennen von Suchtauffälligkeiten im Betrieb, Grundsätze betrieblicher Sucht-beratung, erreichen der Führungskräfte, Suchtselbsthilfe als Teil des Hilfesystems)
  • Tätigkeit des Helfers (Motivation zur Tätigkeit des Helfers Selbstwahrnehmung: Suchen bei mir selbst Grenzen der Helfertätigkeit Schutz der eigenen Persönlichkeit)

Neben den in der Übersicht angeführten Theorieblöcken gilt es außerdem ein einwöchiges Praktikum in einer Einrichtung der Sucht- oder Drogenhilfe (Fachklinik, Suchtberatungsstelle, Wohnheim usw.) zu absolvieren. Wir empfehlen, dieses Praktikum zwischen den Kursen durchzuführen. Gern sind wir bei der Suche nach einem Praktikumsplatz behilflich.

 

Die Fortbildungsgebühr beträgt 998,00 € (inklusive Getränke und Tagungsunterlagen)

 

Aufbaukurs zur Fortbildung Suchtfragen am Arbeitsplatz

Die dreitätige Weiterbildung baut auf die Fortbildung Suchtfragen am Arbeitsplatz auf.

Am ersten Tag werden konkrete Fälle aus der täglichen Praxis der Ansprechpartner für Suchtfragen am Arbeitsplatz/ der Betrieblichen Suchthelfer besprochen und ausführlich diskutiert.

Der zweite und dritte Tag widmen sich dem Thema Motivierende Gesprächsführung. Hierbei werden die im Grundkurs erfahrenen Interventionen und Strategien anhand von Praxissituationen trainiert und vertieft. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Üben der Methoden.

 

Die Weiterbildungsgebühr beträgt 315,00 € (inklusive Getränke und Tagungsunterlagen)

 

Literaturempfehlung Betriebliche Suchtprävention

Broschüre „Suchtprobleme am Arbeitsplatz“, Hrsg. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), 2017

Broschüre „Alkohol am Arbeitsplatz – Eine Praxishilfe für Führungskräfte“, Hrsg. Barmer GEK, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), 2014

Leitfaden „Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe“, Hrsg. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), 2011

Broschüre „Suchtprobleme in Klein- und Kleinstbetrieben – Ein praxisorientierter Leitfaden für Führungskräfte“, Hrsg. Fachverband Sucht e.V., Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V.