Pressemitteilung der Thüringer Fachstelle Suchtprävention:

Seit 1999 stehen am 9. September Kinder im Fokus, die durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft geschädigt wurden. Dieser Tag soll weltweit auf Menschen aufmerksam machen, die mit solchen Schädigungen geboren werden und ihr Leben mit teils schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen meistern müssen.

Die Ungeborenen sind dem Alkoholkonsum schutzlos ausgeliefert! Die Folgen jeglichen mütterlichen Konsums während der Schwangerschaft können zu enormen Schädigungen und Missbildungen der Kinder führen. Bezeichnet werden diese Schädigungen als Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) und werden in unterschiedlichen Ausprägungen klassifiziert. Einer Studie zufolge kamen 2014 in Deutschland 12.650 Kinder mit einer solchen Störung zur Welt. Die schwerste Ausprägung der FASD, das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), wurde bei 3.000 Neugeborenen diagnostiziert. FASD äußert sich etwa durch motorische Beeinträchtigungen, Fehlbildungen, Gedächtnisstörungen, Lernschwierigkeiten und Kleinwüchsigkeit.

Die Gründe, warum Frauen während der Schwangerschaft Alkohol konsumieren, sind vielfältig. Klar ist: Diese Frauen zu verurteilen und zu stigmatisieren hilft weder den Betroffenen noch ihren Kindern. Stattdessen sollten werdende Mütter aufgeklärt, auf die Gefahren eindeutig hingewiesen und zum Alkoholverzicht motiviert sowie auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden – denn diese Hilfsangebote gibt es! Bei Fragen oder der Suche nach Unterstützung und Beratung, stehen thüringenweit Anlaufstellen zur Verfügung. Die Thüringer Schwangerschaftsberatungsstellen finden betroffene Frauen unter: https://www.tmasgff.de/fileadmin/user_upload/Soziales/Dateien/Familie/210615_UEbersicht_SKB_AEnderungen.pdf

Auch die Thüringer Fachstelle Suchtprävention hält auf ihrer Homepage thematische Informationen bereit. Besonders möchten wir auf den „Runden Tisch – Kinder aus suchtbelasteten Familien“ aufmerksam machen (https://thueringer-suchtpraevention.info/themenschwerpunkte/kinder-aus-suchtbelasteten-familien/). Der Runde Tisch hat es sich zum Ziel gemacht, an diese -zu oft vergessenen- Kinder zu erinnern, auf sie aufmerksam zu machen und eine bessere Versorgung zu fördern.

Weiterführende Fachinformationen zur Prävention von alkoholbedingten Gesundheits-schädigungen sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erhältlich: https://www.bzga.de/infomaterialien/alkoholpraevention/ und unter https://www.fasd-deutschland.de/.

Die Thüringer Fachstelle Suchtprävention des fdr+ möchte den Tag des alkoholgeschädigten Kindes nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine Schwangerschaft ohne den Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen ist – ohne Stigmatisierung, sondern durch Aufklärung und Hilfsangebote. Denn ein „Nein“ zu Alkohol während der Schwangerschaft ist auch ein „Ja“ zur Gesundheit der nächsten Generation.

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