Elternschaft stellt auch außerhalb von gesellschaftlichen Krisen oft eine Herausforderung dar.

Familien, in denen mindestens ein Elternteil von einer psychischen oder einer Suchterkrankung betroffen ist, erleben eine ungleich höhere Belastung. Dadurch wirken Belastungsfaktoren wie finanzielle Sorgen oder innerfamiliäre Konflikte stärker. Unter diesem Druck kann die Eltern-Kind-Beziehung leiden, weil Eltern die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Kinder nicht altersentsprechend wahrnehmen oder nicht angemessen darauf reagieren können.

Studien zeigen, dass die Verbesserung der Beziehungskompetenzen und Problemlösestrategien einen positiven Einfluss auf das Familienleben und auch auf die Senkung von Risikofaktoren haben können. Dazu können zum Beispiel die Stärkung der innerfamiliären Kommunikation und der emotionalen Verbundenheit zählen.

Weiterhin zeigt sich aus der Arbeit mit Kindern zum Beispiel aus suchtbelasteten Familien, dass Kinder zum Selbstschutz mit Distanzierung und Rückzug reagieren können, wenn die elterliche Bindung belastet ist. Diese Eltern-Kind-Entfremdung kann zu dauerhaften Folgen für die betroffenen Kinder führen.

Nicht nur für Eltern kann die Auseinandersetzung und Förderung der Selbstreflexion und Selbstexploration hilfreich sein. Auch Kinder dabei zu unterstützen die eigene Gefühlswelt und Wünsche wahrzunehmen und kommunizieren zu lernen, kann ein wichtiger Teil in Richtung nachhaltige Präventionsarbeit sein.

Viele Angebote stützen sich bereits auf die Arbeit an dieser Bewältigungskompetenz sowohl von Eltern als auch Kindern. Wie zum Beispiel das Nationale Zentrum Frühe Hilfen. https://www.fruehehilfen.de/service/materialien-fuer-eltern-und-familien/

Leider reichen gut ausgearbeitete Programme und Materialien allein nicht aus. Ein wichtiger Punkt ist und bleibt die Netzwerkarbeit der Fachkräfte genauso wie die Erreichbarkeit der betroffenen Familien. Um Schwellenängste abzubauen und die Angst vor negativen Konsequenzen abzufangen, müssen weiter Stigmata abgebaut und Offenheit und Transparenz gefördert werden.

Die Thüringer Fachstelle Suchtprävention des fdr+ möchte den Internationalen Tag der Eltern-Kind-Entfremdung nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine familienorientierte Betrachtung für nachhaltige Suchtprävention und Suchthilfe ist und die wichtige Rolle guter Vernetzung betonen. 

Wir sind verantwortlich für unsere Kinder. Jedes Kind hat ein Recht darauf altersgerecht, fröhlich und unbeschwert aufwachsen können!

Kontaktieren Sie uns gern: https://thueringer-suchtpraevention.info/

22.04.2022

Thüringer Fachstelle Suchtprävention

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