Am 9. Juli 2021 startet die Umsetzung eines Thüringenweiten Kooperationsprojektes im Rahmen der Betrieblichen Suchtprävention

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat das Präventionszentrum der Suchthilfe in Thüringen beauftragt, in Kooperation mit der AOK PLUS, der Thüringer Fachstelle Suchtprävention (fdr+) und dem IWT- Institut der Thüringer Wirtschaft, ein bedarfsgerechtes Interventionskonzept für die Betriebliche Suchtprävention zu entwickeln.

Im Rahmen des Interventionskonzeptes Betriebliche Suchtprävention wurde 2019 eine Befragung in Thüringer Unternehmen und Behörden mit mehr als 50 Beschäftigten durchgeführt, um den Status quo und die Bedarfe zu erheben. Auf der Grundlage der Rückmeldungen entstanden zwei aneinander gekoppelte Angebote. Ein Konzept für eine Führungskräfteschulung und ein Webinar für die Mitarbeiter*innen.

Die Führungskräfteschulung thematisiert, aufbauend auf den Ergebnissen der Bedarfserhebung, die Grundlagen im Bereich Sucht sowie rechtliche Grundlagen und Motivierende Gesprächsführung. Den Führungskräften soll mit dem Seminar mehr Handlungssicherheit im Umgang mit dem Thema Sucht und allen dadurch entstehenden Herausforderungen im Arbeitsalltag gegeben werden. In Kombination mit dem Führungskräfteseminar wird ein Webinar für min. 20 % der Mitarbeiter*innen angeboten, in dem auch diese für das Thema Sucht sensibilisiert werden sollen. Durch Inhalte, wie z. B. die Reflexion des eigenen Verhaltens, das Grundlagenwissen zu Substanzen und pathologischen Verhaltensweisen sowie die Stärkung der Wahrnehmung von Auffälligkeiten im Umfeld, soll die Sicherheit im Umgang mit Suchtproblematiken gefördert werden.

Die Praktikabilität der Angebote, so Katrin Schnell, Leiterin des Präventionszentrums der Suchthilfe in Thüringen, wird nun mit zwei Thüringer Unternehmen pilothaft getestet; die AWO-AJS gGmbH und die Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ GmbH in Saalfeld. Die entsprechende Evaluation wird zeigen, ob die Ziele und die gewünschten Wirkungen erreicht und die Maßnahmen von Unternehmen akzeptiert werden. Ist das der Fall, soll daraus ein dauerhaftes Angebot für Thüringer Unternehmen entstehen.

Die finanzielle Förderung und die fachliche Begleitung erfolgt durch das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie die AOK PLUS. „Bemerkenswert, wie engagiert alle Beteiligten die betriebliche Suchtprävention trotz Pandemiebelastung vorantreiben“ zeigt sich Heiko Kotte (AOK PLUS) begeistert vom Zwischenergebnis. Die Thüringen-Kliniken begrüßen als größtes kommunales Krankenhaus im Bundesland das Projekt außerordentlich. „Damit können wir unsere etwa 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren“, sagte Geschäftsführer Dr. med. Thomas Krönert.

Die AWO AJS gGmbH ist mit rund 5.400 Mitarbeitenden eines der größten sozialwirtschaftlichen Unternehmen in Thüringen. Sie betreibt u. a. 39 Seniorenpflegeheime, 52 Kindergärten, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Beratungsstellen (darunter eine
Suchtberatung) und zahlreiche weitere Angebote für ältere Menschen, Familien und Hilfesuchende.


Ansprechpartnerin für die Koordination des Projektes:
Katrin Schnell, Leiterin des Präventionszentrums der SiT – Suchthilfe in Thüringen gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Tel. 0316/2128082
E-Mail: k.schnell@sit-online.org

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