2021 starben wie im Vorjahr 40 Thüringer:innen infolge des Konsums illegaler Drogen. Bundesweit waren es 1.826. Das bedeutet einen Anstieg um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2020, in dem 1.581 Menschen starben Dieser Menschen wird jedes Jahr am 21. Juli, dem internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher:innen, gedacht.

Wieso steigen die Zahlen?

Bundesweit lässt sich weiterhin ein großer Teil der Todesfälle auf den Konsum von Opiaten und Opioiden, wie z. B. Heroin, zurückführen. Viele dieser Todesfälle könnten wohl vermieden werden, wenn Konsument:innen bzw. opiatabhängige Menschen einfachen Zugang zum Notfallmedikament Naloxon bekämen, das im Falle einer Überdosierung schnell als Gegenmittel wirkt und einfach als Nasenspray verabreicht werden kann. Hier ist zur Zeit das Bundes-Modellprojekt NalTrain im Gang (Weitere Informationen zum Projekt: https://www.naloxontraining.de/). In Thüringen spielen verschiedene Substanzen eine Rolle. Auch hier sind die Zahlen in den letzten Jahren gestiegen – wieso, ist nicht leicht zu beantworten. Möglicherweise sind durch die SARS-CoV-2-Pandemie weggebrochene Beratungs- und Hilfeangebote ein Faktor. Klar ist, dass es nicht nur in Krisenzeiten nachhaltige und ausreichend finanzierte Suchtprävention sowie niedrigschwellige Beratungs- und Hilfeangebote vor Ort in den Kommunen braucht.

Wo finde ich Hilfe in Thüringen?

Die erste Anlaufstelle bei Problemen mit dem Konsum von psychoaktiven Substanzen oder einer (möglichen) Suchterkrankung sind die Suchtberatungsstellen in den Thüringer Kommunen, sofern es sich nicht um einen medizinischen Notfall handelt. Eine Liste mit allen kommunalen Suchtberatungsstellen in Thüringen finden Sie auf der Homepage der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen: https://tls-suchtfragen.de/service-hilfe/suchtwegweiser/

Was tun im Notfall?

Was bei einem Drogennotfall zu tun ist, erklärt die Deutsche Aids-Hilfe auf ihrer Homepage: https://www.aidshilfe.de/drogen-notfall

Mehr Informationen zum Gedenktag finden Sie hier: https://www.gedenktag21juli.de/ 

Zu den Zahlen:

Die Zahlen sind der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik Thüringen 2021 (PKS) sowie einem Vorauszug des Lagebildes Rauschgiftkriminalität 2021 des Bundeskriminalamts entnommen. Bei den Todesfällen handelt es sich auch um Verdachtsfälle, nicht nur um zweifelsfrei medizinisch belegte Kausalzusammenhänge, da bei letzteren von einer Untererfassung auszugehen ist. Hier wurden beispielsweise für Thüringen in den letzten Jahren durchweg weniger Fälle erfasst als in der PKS (siehe Thüringer Landesamt für Statistik).