Tabak

Suchthilfestatistik 2015

Bericht zur aktuellen Situation und den Aktivitäten der Suchthilfeeinrichtungen des Landes Thüringen, IFT, München, 2016

 

1,3 % (= 59) Personen sind in Behandlung aufgrund des schädlichen Gebrauchs von Tabak. Der Großteil sind Frauen mit 2,7 %, 1,3 % sind Männer. Das Einstiegsalter bei Tabak liegt bei 15,0 Jahren.

Thüringer Landesamt für Statistik

 

Überblick über die Entwicklung der letzten 10 Jahre in Bezug auf  die Gesamtheit der vollstationären Patienten (einschließlich Stunden und Sterbefälle) und Sterbefällen aufgrund von Tabakkonsum:

 

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

Gesamtheit

6.887

7.031

7.193

7.210

6.965

7.319

7.511

7.627

7.533

7.700

Sterbefälle

1.115

1.1141

1.138

1.177

1.142

1.166

1.231

1.137

1.184

1.225

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 7.770 Patient*innen wegen Folgen ihres Tabakkonsums vollstationär behandelt. Der größte Anteil der Betroffenen war dabei in der Altersgruppe ab 60-jährigen zu finden. Insgesamt waren deutlich mehr Männer (5.727) als Frauen (2.043) betroffen. Von diesen starben insgesamt 1.225 Patient*innen aufgrund ihres Tabakkonsums. Dabei war die Hauptursache für die vollstationäre Behandlung und damit folgernd für die Mortalität eine bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge. 

Diagnose bzw. Altersstruktur

2013

2014

2015

 

Insgesamt

Männ-lich

Weib-lich

Insgesamt

Männ-lich

Weib-lich

Insgesamt

Männ-lich

Weib-lich

Sterbefälle 
aufgrund von
Folgen des Tabakkonsums

1.137

873

264

1.184

875

309

1.225

895

330

Gesamtheit 
vollstationärer Tabakpatienten

7.627

5.706

1.921

7.533

5.603

1.930

7.770

5.727

2.043

Davon …

 

   

 

   

 

   

unter 20

2

2

20-40

33

24

9

24

5

19

17

9

8

40-60

2.004

1.471

533

1.958

1.372

586

2.052

1.364

688

60 und mehr

5.590

4.211

1.379

5.549

4.224

1.325

5.701

4.354

1.347

 

Epidemiologischer  Suchtsurvey (ESA) 2015 

Substanzkonsum und Hinweise auf klinisch relevanten Konsum in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, und Thüringen. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015, IFT, München, 2016.

 

Im Jahr 2015 rauchten 31,3% der Thüringer*innen regelmäßig; 32,9 % der Thüringer Männer und 29,5% der Thüringer Frauen. Durchschnittlich konsumierten die Thüringer Raucher*innen dabei 10.7 Zigaretten am Tag, womit sie leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt von 11,2 Zigaretten pro Tag lagen. Unter den Tabakkonsumenten waren 22,2% der Thüringer  Männer und 12,8% der Thüringer Frauen starke Raucher mit einem Konsum von 20 oder mehr Zigaretten pro Tag.

30-Tage Prävalenzen von verschiedenen Formen des Tabakkonsums von Menschen in Thüringen (bundesweiter Vergleich)

 

Tabakkonsum (%)

Starker Tabakkonsum unter den Konsumenten (%)

Ø  Menge des Tabakkonsums in den letzten 30 Tagen (Zigaretten/Tag)

Insgesamt

31,3 (28,7)

17,9 (20,5)

10,7 (11,2)

Männlich

32,9 (31,2)

22,2 (23,9)

11,6 (12,3)

Weiblich

29,5 (26,1)

12,8 (16,4)

9,6 (10,0)

Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Tabakkonsum liegt in Thüringen bei 15,6 Jahren.

KiGGS, Landesmodul Thüringen 2016

KiGGS Welle 1 – Landesmodul Thüringen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin  2016

Insgesamt wurde festgestellt das 14,4 % der Thüringer Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 11-17 Jahren rauchen; etwa ein Drittel (6,8%) davon täglich. Geschlechtsspezifisch lassen sich dabei keine Unterschiede erkennen, allerdings steigt die Rauchprävalenz mit zunehmendem Alter an. So rauchen deutlich mehr Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe 14-17 Jahren (25,4%) als in der Altersgruppe der 11-13-jährigen (2%). Auch rauchten signifikant mehr Kinder und Jugendlichen mit niedrigerem Sozialstatus als Kinder und Jugendliche mit höherem Sozialstatus. Bezüglich des Wohnortes wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt.

Neben den 14,4% der Kinder und Jugendlichen die bereits Zigaretten rauchen, sind zudem 18,3% der 11-17-jährigen Thüringer*innen mehrmals pro Woche bzw. täglich einer Passivrauchbelastung ausgesetzt. Bezüglich des Geschlechts und des Wohnorts lassen sich keine Unterschiede im Ausmaß der Passivrauchbelastung ausmachen. Jedoch halten sich 14-17-jährige rund doppelt so häufig in verrauchten Räumen auf, als 11-13-jährige. Auch der soziale Status spielt dabei eine Rolle. So sind Kinder und Jugendliche mit niedrigerem Sozialen Status deutlich häufiger dem Passivrachen ausgesetzt als Gleichaltrige in höheren sozialen Schichten.

Häufiger als das Zigaretten rauchen wird von Kindern und Jugendlichen in Thüringen das Rauchen von Wasserpfeifen praktiziert. Etwa jeder fünfter Thüringer Jugendlicher  hat schon einmal eine Wasserpfeife geraucht. Neben negativen Gesundheitsauswirkungen, besteht die Gefahr beim Wasserpfeifenrauchen darin, dass es als Einstieg in den allgemeinen Tabakkonsum angesehen werden kann und besonders tabakunerfahrene Jugendliche zum Zigaretten Rauchen verleitet werden. Die 12-Monatsprävalenz der Thüringer Kinder und Jugendlichen für das Rauchen von Wasserpfeifen lag bei 13,0% bzw. 5,5% für die 30-Tage Prävalenzrate. Wie beim Zigaretten rauchen steigt auch der Konsum von Wasserpfeifentabak im Laufe des Alters an, wobei auch hier keine wesentlichen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen festgestellt werden konnten. Auch der Sozialstatus hatte keinen Einfluss auf den Wasserpfeifenkonsum der Thüringer Kinder und Jugendlichen.

Drogenaffinitätsstudie 2015

Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015. Rauchen, Alkoholkonsum und Konsum illegaler Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Rauchverhalten

Im Jahr 2015 zeigte sich dass 9,6% der Jugendlichen (12-17 Jahre) und 29,7% der jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) rauchten; gelegentlich bis regelmäßig.

Während unter den Jugendlichen keine signifikanten Geschlechtsunterschiede auszumachen waren, rauchen  in der älteren Altersgruppe deutlich mehr junge Männer als junge Frauen. In beiden Altersklassen spielt der Bildungsgrad eine Rolle. So ist der Anteil der Rauchenden mit einem höheren Bildungsniveau geringer als der Anteil mit einem niedrigeren Bildungsniveau.

Trends im Rauchverhalten

In den letzten Jahren sind die Zahlen für Jugendliche Raucher*innen rückläufig und im Vergleich zum Jahr 2001 hat sich die Anzahl der rauchenden Jugendlichen um fast 20 Prozentpunkte verringert. Auch bei den jungen Erwachsenen kann ein deutlicher Rückgang in der Anzahl der Raucher verzeichnet werden. Im Umkehrschluss steigt die Anzahl derjenigen welche noch nie geraucht haben in beiden Altersgruppen an.

 

Shishas und E-Zigaretten

Unter den 12-17-jährigen Jugendlichen haben 27,3% bereits schon einmal Wasserpfeife, 13,5% E-Shishas und 12,1% E-Zigaretten geraucht. Bei den 18-25-jährigen jungen Erwachsenen ist der Anteil der schon einmal Wasserpfeife (68,4%) oder E-Zigarette (20,7%) geraucht hat im Vergleich deutlich höher. Allerdings ist mit 10,1% der jungen Erwachsenen welche schon einmal E-Shisha geraucht haben, der Anteil niedriger als bei Jugendlichen.

Geschlechtsspezifisch lassen sich Unterschiede sowohl im Konsum von Wasserpfeifen als auch von E-Shishas und E-Zigaretten feststellen. So konsumieren allgemein häufiger männliche Jugendliche und junge Erwachsene Wasserpfeifen, E-Shishas und E-Zigaretten als gleichaltrige Mädchen und Frauen. Spezifischer gesagt ist die 12-Montas Prävalenz für den Wasserpfeifenkonsum, die Lebenszeitprävalenz bei E-Shishas und Lebens-, 12-Monats und 30-Tage Prävalenz für den Konsum von E-Zigaretten bei weiblichen Jugendlichen signifikant niedriger als bei ihren männlichen Altersgenossen. Bei den jungen Frauen ist die Lebens-, 12-Monats und 30-Tage Prävalenz in allen drei Formen des Tabakkonsums signifikant niedriger als bei jungen Männern.

 

In Bezug auf soziale Merkmale lässt sich sagen dass das Bildungsniveau sowie der Migrationshintergrund eine Rolle spielt. So ist beispielsweise die Lebenszeitprävalenz für den Konsum von Wasserpfeifen und E-Zigaretten bei Haupt- und Realschüler*innen signifikant erhöht. Ebenfalls trifft dies auf die Gruppe mit tückischem bzw. asiatischem Migrationshintergrund zu.

Trends im Konsum von Wasserpfeifen, E-Shishas und E-Zigaretten

Unter Jugendlichen sind sowohl der Wasserpfeifenkonsum, sowie der Konsum von E-Shishas und E-Zigaretten rückläufig. Bei jungen Erwachsenen lässt sich zwar auch ein leichter Rückgang im Konsum von E-Shishas und E-Zigaretten verzeichnen, allerdings ist die 30-Tage Prävalenz für E-Zigaretten gleichbleibend.

RKI, Journal of Health Monitoring

Rauchen bei Erwachsenen in Deutschland, 2017 

 

Momentan rauchen 27,0% der erwachsenen Männer und 20,8% der erwachsenen Frauen in Deutschland gelegentlich bis täglich. Dabei findet sich der größte  Anteil Raucher in der Altersgruppe der 18-29-jährigen. Erst ab einem Alter von 45 Jahren bei Männern und 65 Jahren bei Frauen sinkt die Raucherquote. Bezüglich  des Bildungsgrades ist zu beobachten dass sowohl bei den Frauen als auch den Männern in höheren Bildungsschichten signifikant weniger geraucht wird als bei gleichaltrigen Frauen und Männern in der niedrigeren Bildungsschicht. Außer in der Altersgruppe ab 65 Jahren ist dieser Zusammenhang von Zigarettenkonsum und Bildungsniveau deutlich zu beobachten. 

Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2011 (ESPAD)

Befragung von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse in Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, IFT, München 2012

 

Prävalenz Thüringer Schüler

Lebenszeitprävalenz:     60,8 %
30-Tage-Prävalenz:        31,2 %

 

30-Tage-Frequenz des Tabakkonsums

Nie                       68,8 %
Gelegentlich        11,5 %
Täglich                19,7 %

 

Vergleich Lebenszeitprävalenz 2003 bis 2011

2003            82,3 %
2007            77,7 %
2011            60,8 %

 

Vergleich 30-Tage-Prävalenz 2003 bis 2011

2003            51,2 %
2007            42,1 %
2011            31,2 %

Zielbestrebungen bezüglich des Rauchverhaltens

 

National → Gesundheitsziele 

International → WHO Ziele